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Neues Projekt, neues Buch aus der Reihe:

Jetzt müsste Oma da sein

... Oder - warum Kochen vielleicht doch (k)eine Kunst ist

102 Rezepte, ebook

ISBN 978-3-384-72061-0 

Preis 19,99 € (D)

erhältlich in allen Buchhandlungen, Buchshops und

direkt beim Verlag:

Tredition

www.tredition.com 

und 

Tredition-Shop

 

 Leseprobe:

Ein kurzer Blick ins Buch

 

 

 

Ein weiteres Buch aus der Reihe :

Kochfieber

Kulinarischer Roman und 52 Rezepte sind auch drin

304 Seiten, Softcover

ISBN 978-3-38454-827-6

Preis 14,95 € (D)

erhältlich in allen Buchhandlungen, Buchshops und

direkt beim Verlag:

Tredition

www.tredition.com 

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Tredition-Shop

 

 Leseprobe:

KAPITEL 1   Wenn man Teenager hat

 

Ist Kochen eine Kunst?

Für Carina auf jeden Fall.

Erfüllte Kochen doch alle Kriterien, nach denen man Kunst getrost definieren konnte - wenigstens nach dem Verständnis von Carina Renner, die sich auf eigene Erfahrungswerte und besonders auf die ihrer kunstschaffenden Ex-Kommilitonin und Freundin Beate Schäfer stützte: Es ist eine Leidenschaft, macht viel Arbeit und reizt zu Kritiken.

Die können extrem sein, je nachdem, ob die Konsumenten das Produkt des Schaffensprozesses lieben oder nicht - und es bringt nichts ein, wenn man nicht zu den Top-10 der Szene gehört.

Nun, Carina liebte das Erzeugen von Speisen, das Hantieren mit Lebensmitteln, das Schnippeln von Gemüse, das Würzen von Fleisch, das Bearbeiten von Teigen. Am liebsten tobte sie sich mit immer neuen Kreationen von Fingerfood aus.

Sie war mit Klaus Renner verheiratet, einem bekannten Augenarzt, hatte die eigene Karriere für Kinder und Familie hintangestellt, auch wenn sie ein abgeschlossenes Kunststudium ihr Eigen nannte. Aber dann kamen da ihre beiden Sprösslinge, Jennifer, mittlerweile anstrengende 17 und damit im besten Motz-Kritik-Mäkel-Alter, und der zwei Jahre jüngere Tobias.

Letztgenannter stürmte gerade die häusliche Festung, als Carina die Trennhäutchen und Kerne einer roten Paprika entfernte. Sie seufzte bei der Erwartung, was jetzt wieder kommen würde, strich sich eine Strähne ihres üppigen brünetten Haares aus der Stirn und wappnete sich.

Wer in jungen Jahren den Wunsch verspürt, Kinder in die Welt zu setzen, sollte gleichzeitig mit dem Training des Gedankenlesens beginnen, das entgegen der üblichen Meinung durchaus erlernbar ist.

Man wird es brauchen.

Carina und ihr Mann züchteten sich mit dem ehemaligen Kinderwunsch nämlich bald Teenager, die diese Kunst von den Eltern einfach voraussetzen. Ansonsten würden jene rettungslos untergehen. Ein gutes Gedächtnis ist stark von Nutzen und erleichtert den Weg zum Erfolg.

Carina stand also an ihrer Küchenplatte vor Schneidebrett und Wok und bereitete nicht gerade das Lieblingsgericht ihres 15-jährigen Sprösslings im Flegelalter zu. Gemüse ging gar nicht. Dennoch zerteilte sie das geputzte, gesunde Gargut auf dem Schneidebrettchen in mundfreundliche Stücke. Tobias erschien mal wieder etwas verspätet (was auf Krach mit dem Freund hindeutete). Mit der für dieses Alter typischen Laune erschnüffelte er erbost die gesunde Kost und knallte ihr statt einer Begrüßung nur zwei Worte an den Kopf:

„Hast du´s?“

Die Mutter machte jetzt nicht den Fehler, mit den Worten: „Was denn?“, nachzufragen. Dies würde einen aufgebrachten Schwall an Vorwürfen und Schilderungen vergangener Situationen hervorrufen. Da sie aber den ganzen Vormittag mit ihren eigenen Problemen und Arbeiten beschäftigt war, und sich eben nicht ständig im Kopf ihres Ablegers befand, benötigte sie jetzt ihre erlernte Gabe.

„Selbstverständlich“, lautete also die kurze wie korrekte Antwort und sie verwies auf das Sideboard.

Hintergrund: Vor drei Tagen hatte Tobias sie ebenfalls beim Heimkommen kurz davon in Kenntnis gesetzt, dass er eine unterschriebene Genehmigung benötigt, beim Schulausflug in der nächsten Woche alleine die zu besuchende Stadt unsicher machen zu dürfen. Da Carina mit dem Essen alle Hände voll und vor allem mehlbestäubt hatte, weil sie einen Quiche-Teig knetete, war die prompte Erledigung nicht möglich. Der Sohn hatte sie selbstverständlich nicht mehr daran erinnert und das Blatt auch nicht vorgelegt. Morgen muss er den Wisch spätestens abgeben, heute hatte er deswegen einen Anschiss erhalten. Carina hatte das von ihm noch nicht einmal ausgefüllte Formular am Vormittag unter seinem Bett gefunden und den Auftrag erledigt.

Tobias grummelte irgendwas in seinen noch nicht vorhandenen Bart, beim Essen würde er schon damit herausrücken, was da mit dem Freund gewesen war. Mittagessen war Redezeit, ein ungeschriebenes Gesetz im Hause Renner.

Ungerührt schnitt Carina eine Zwiebel in kleine Streifen und nahm sich nun die Zucchini vor, die sie sorgsam stückelte. Gekaufte Zucchini, wohlgemerkt, nicht selbst gezogen. Es würde eine Gemüsepfanne geben, mit kleinen Kartoffelwürfeln und Fleischwurstscheibchen. Nicht die erste Wahl bei den Teenies, aber eben noch toleriert. Die Kartoffeln waren vorher frittiert, das gibt dem Ganzen ein Flair von Pommes und das machte trotz gesunder Gemüsekost wieder Punkte bei der Jugend.

Jetzt drehte sich der Schlüssel ein weiteres Mal im Haustürschloss, Jennifer kam heim: süße siebzehn und mit einem Luftvorrat beim Sprechen über die Schulvorkommnisse im allgemeinen, ihren Freundinnen und Jungs im Besonderen ausgestattet, die einen asiatischen Perlentaucher vor Neid erblassen lassen würde.

Im Schwall der neusten Insiderinformationen über Amelie, Sophie, Ida, Leon und Lucas fügte sich der Halbsatz an:

„Wenn die dumme Made mir den letzten Punkt noch gegeben hätte, die dumme Kuh ...“

Carina wusste natürlich sofort, dass es sich dabei um die Herausgabe der Englischarbeit handelte, die heute fällig (so viel zum Thema Gedächtnis) und wohl wieder danebengegangen war. Denn mit der dummen Made meinte sie zweifelsfrei ihre Lehrerin Helen Mastermade, kurz „Made“ geschimpft, mit der sie ständig im Clinch lag. Warum die junge Dame aber gerade jetzt daran gedacht hatte? Weil Leon genauso viele Punkte wie Amelie vorweisen konnte, und beide noch schlechter abgeschnitten hatten, als sie.

„Deckt mal den Tisch“, war die einzige Möglichkeit, die Redeflut mit Tsunamicharakter ein wenig zu unterbrechen, damit sie sich auf die nächsten Schritte beim Kochen konzentrieren konnte. Obwohl vor beiden Kindern ausgesprochen, kam dieser Aufforderung natürlich nur die Tochter nach; Tobias hatte sich auf die Couch geschmissen und nickte leicht zu den unhörbaren Klängen aus seinem iPod. Aber schon nahm er einen der beiden Kopfhörer aus dem Ohr, als sie den Pfannenuntersetzer zusätzlich zwischen die Teller stellte, und setzte an:

„Kannst du mir mal …?“

Carina machte sich immer wieder ein Jux daraus, ihren nassforschen Filius zu verblüffen, der ihre Nerven zu hochwertigen Drahtseilen geformt hat, indem sie den begonnenen Satz beantwortete, bevor der ihn ganz ausgesprochen hatte:

„Von mir aus, Toby, aber nur zehn Euro!“

„Woher weißt du, was ich jetzt wollte?“

Das war leicht und hatte mit echtem Gedankenlesen nichts zu tun: Teenager brauchen immer Geld.

Mittlerweile hatte sich auch Klaus dazugesellt, die Praxis in der kleinen pfälzischen Stadt lag fast um die Ecke.

„Mhmm, das duftet ja verführerisch“, freute er sich auf die Mahlzeit.

Der Mittvierziger war schlank, athletisch gebaut und hatte mit der Figur, so ganz im Gegensatz zu seiner Frau, überhaupt kein Problem. Carina dagegen lag im ständigen Clinch mit ihren Pölsterchen. Sie machte, was ihr an körperlicher Länge fehlte, mit dem Wachsen in die Breite um die Körpermitte wieder wett und hatte den Treueschwur bei ihrer Hochzeit vor 19 Jahren ‚wir wollen niemals auseinandergehen‘ in dieser Hinsicht nicht eingehalten. Obwohl sie sich so manches verkniff und durch zweimaligen Sport in der Woche versuchte, den quellenden Massen um die Bauchregion Herr, pardon, Frau zu werden, wurde sie dennoch von recht mäßigem Erfolg verlacht. Wenn sich die Vier mittags ein ganzes Hähnchen teilten, bevorzugten ihre Kinder die Schenkel, ihr Mann aß gerne das Brustfleisch. Carina wurde generell vom kümmerlichen Rest ohne Haut - - - dick.  

 

und schon mal ein Rezept: 

Zucchinibrot

 

Zutaten:

4 Eier

400 g Zucker

200 g zerlassenen Butter

500 g Mehl

1 TL Salz

1 Pck. Vanillezucker

1 Pck. Backpulver

3 TL Zimt

150 g gemahlene Mandeln

500 g geriebene Zucchini (mit einem Tuch ausdrücken)

 

Eier, Zucker, Butter mit einem Rührgerät gut verrühren (schaumig rühren), Mehl mit Salz, Backpulver, Vanillezucker und Zimt weiter unterrühren, Nüsse hinzufügen. Zum Schluss die in einem Küchentuch etwas ausgedrückten Zucchini einrühren.

Ein Backblech mit Backfolie auskleiden, so damit die Ränder etwas überstehen. Den Teig auf die Backfolie gleichmäßig verteilen.

Bei 180° C 60 – 80 Minuten backen, Hölzchenprobe durchführen. Nach dem Backen noch 15-20 Min. abkühlen lassen, dann mit Puderzucker bestreuen.

Nach dem Abkühlen in ca. 5x5 cm große Quadrate schneiden.

Das Zucchinibrot hält sich, in Alufolie verpackt, lange frisch und lässt sich gut einfrieren.

 

Arbeitszeit: ca. 20 Min. + Backzeit